| Stadtwappen Dresden | Geographische Lage |
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| Bundesland: | Sachsen |
| Kreis: | Dresden |
| Koordinaten: | 51° 2′ N, 13° 44′ O |
| Höhe: | 113 m ü. NN |
| Fläche: | 328,30 qkm |
| Einwohner (Stand 30.06.2007): | 506.511 |
| Bevölkerungsdichte | 1543 Einwohner je qkm |
| Postleitzahl | 01067–01328 |
| Vorwahl | 0351 |
| KFZ-Kennzeichen | DD |
| Gemeindeschlüssel | 14 2 62 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Dr.-Külz-Ring 19 01067 Dresden |
| Webpräsenz | » www.dresden.de |
Lage
Dresden ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Sie liegt nordwestlich des Elbsandsteingebirges und an der Nordabdachung des Osterzgebirges sowie am Übergang vom Ober- zum Mittellauf der Elbe in der Dresdner Elbtalweitung, der letzten durchbruch- und grabenartigen Tallandschaft des Flusses.
Dresden liegt beiderseits der Elbe zu großen Teilen in der Dresdner Elbtalweitung, eingebettet zwischen den Ausläufern des Osterzgebirges, dem Steilabfall der Lausitzer Granitplatte und dem Elbsandsteingebirge auf etwa 113 Meter über Normalnull.
Dresden gehört naturräumlich daher strenggenommen im Norden und im Nordosten zum Westlausitzer Hügel- und Bergland. Im Süden kennzeichnen die Talausgänge der Erzgebirgsabflüsse und Hochlagen den Übergang zum Östlichen Erzgebirgsvorland (eingegrenzter als Dresdner Erzgebirgsvorland bezeichnet). Die Dresdner Elbtalweitung ist eine Untereinheit des Sächsischen Elblands. Vom Bundesamt für Naturschutz wurde Dresden vollständig der naturräumlichen Großlandschaft „D19 Sächsisches Hügelland und Erzgebirgsvorland“ zugeordnet. Dresden liegt am Übergang vom Nordostdeutschem Tiefland zu den östlichen Mittelgebirgen.
Unter anderem wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage am Fluss und seiner barocken und mediterranen Architektur sowie der klimatisch vorteilhaften Besonderheiten wird die Stadt auch „Elbflorenz“ genannt. Die höchste Erhebung des erweiterten Dresdner Stadtgebietes ist der 384 m hohe Triebenberg, der nördlich der Elbe liegt.
Die Stadt ist nach teils großflächigen Eingemeindungen, aber auch aufgrund der Siedlungsallokation, hinter Berlin, Hamburg und Köln ihrer Fläche nach die viertgrößte Großstadt Deutschlands.
Wichtige Flüsse in Dresden sind die Elbe, die die Stadt als einziges schiffbares Gewässer durchfließt, die Weißeritz und der Lockwitzbach, beides linke Nebengewässer der Elbe, die im Osterzgebirge entspringen, sowie die Prießnitz, ein rechter Nebenfluss der Elbe.
Geschichte
Erste Siedlungen bestanden im Dresdner Raum bereits in der Jungsteinzeit. Die Furt durch die Elbe in Höhe der heutigen Altstadt bestand wahrscheinlich schon im frühen Mittelalter. Dresdens Besiedlung blieb trotz der lukrativen Lage an der Elbe und seiner fruchtbaren Böden aufgrund der starken Bewaldung problematisch.
Im Jahre 1206 wurde Dresden erstmals in einer erhaltenen Urkunde erwähnt. Diese Urkunde befasst sich nicht mit Dresden selbst, sondern mit einer Gerichtsverhandlung bezüglich der Schleifung der Burg Thorun auf dem Burgwartsberg bei Potschappel/Pesterwitz in Freital südlich von Dresden. Die damalige Bezeichnung war „Dresdene“; sie ist vermutlich vom slawischen Begriff „Drežďany“ („Auwaldbewohner“) abgeleitet, mit dem ursprünglich die Bewohner des Ortes bezeichnet worden waren. Auch eine Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte ist nicht erhalten. In einer weiteren Urkunde 1216 wird Dresden bereits als Stadt erwähnt.
1350 wurde das rechtselbisch gelegene Dresden (Altendresden), die heutige Innere Neustadt, erstmals als selbständige Ansiedlung „Antiqua Dressdin“ erwähnt, die am 21. Dezember 1403 durch Wilhelm I. mit dem Stadtrecht beliehen wurde und erst am 29. März 1549 durch Kurfürst Moritz mit dem linkselbischen Dresden eine Einheit bilden sollte.
Bei der Erlangung des Stapelrechts am 17. September 1455 war Dresden noch eine recht unbedeutende Stadt, wurde jedoch nach der Leipziger Teilung der wettinischen Länder 1485 für Jahrhunderte herzogliche Residenzstadt der sächsischen Herrscher und erfuhr mit der Erhebung des wettinischen Herrschaftsbesitzes zum Kurfürstentum und Königreich eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch den Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin (Wittenberger Kapitulation) wurde die Stadt zur Hauptstadt des wichtigsten protestantischen Landes innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit wurden auch wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung Dresdens ausmachen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Dresden nie geplündert oder zerstört, aber durch Pest und Hunger sowie die allgemeine wirtschaftliche Stagnation in seiner Entwicklung gestört. Die Geschichte seit dem Dreißigjährigen Krieg ist dann sehr wechselvoll: Zum einen entstanden in Dresden die weltbekannten Bauwerke und Parkanlagen; auf der anderen Seite war Dresden in fast alle großen europäischen Kriege verwickelt und wurde dabei mehrfach in Mitleidenschaft gezogen.
1685 brannte Altendresden komplett ab. Es wurde hernach über mehrere Jahrzehnte wiederaufgebaut und erst 1732 als „Neue Königliche Stadt“ vollendet. Schon seit längerem wird der Stadtteil deshalb als „Neustadt“ bezeichnet. Unter August II., genannt „August der Starke“, errang Dresden die kulturelle Bedeutung, die es bis in die Moderne besitzt. Im Dezember 1745 wurde Dresden im österreichischen Erbfolgekrieg zum ersten Mal durch Preußen erobert. Erneut wurde es im Siebenjährigen Krieg 1756 durch Preußen eingenommen. Als sich die österreichische Armee der Stadt näherte, ließ der preußische Gouverneur sie teilweise abbrennen. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos und beschoss dabei die Innenstadt. 1785 schrieb Friedrich Schiller die Ode an die Freude, die lyrische Vorlage für die Hymne der Europäischen Union, für die Tafel der Freimaurerloge in Dresden.
Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde in Dresden beziehungsweise im nahe gelegenen Ort Pillnitz mit der Pillnitzer Deklaration ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung der Französischen Revolution auf. Bereits in die Befreiungskriege gegen Napoleon war Dresden intensiv einbezogen. Im Jahr 1813 fanden zahlreiche vorentscheidende Schlachten der Völkerschlacht bei Leipzig um Dresden herum statt. Sachsen, und damit Dresden, kämpfte auf der Seite von Frankreich, die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt.
Im weiteren 19. Jahrhundert blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der – auch ab 1871 – stärksten Königreiche im Deutschen Reich. Vom Ersten Weltkrieg blieb die Stadt unberührt. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Dresden Hauptstadt des Freistaates Sachsen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden erste Luftangriffe auf den Großraum bereits im August 1944 geflogen, und die Stadt wurde auf Bombardierungen vorbereitet. In vier aufeinander folgenden nächtlichen Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 wurden weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische Bomber schwer beschädigt. Die Angriffe gingen als Luftangriff auf Dresden in die Geschichte ein. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Sprach man früher in einzelnen – und bis heute noch unbeirrt in vielen rechtsradikalen – Publikationen von bis zu 350.000 Toten, so nimmt man in jüngerer Zeit Opferzahlen in Höhe von etwa 25.000 bis 40.000 Toten an. Dem Historiker Frederick Taylor zufolge geht die falsche Opferzahl auf eine Fälschung der Nazis selber zurück: Ihr wurde eine Null hinzugefügt, um in neutralen Medien und Ländern Stimmung gegen die Alliierten zu machen.
Offiziell anerkannt ist heute die Zahl von bis zu 35.000 Toten. Zu einer ähnlichen Zahl kommt auch eine wissenschaftliche Historikerkommission, die sich auf Initiative des Oberbürgermeisters Ingolf Roßberg unter dessen Leitung am 24. November 2004 konstituiert hatte mit dem Auftrag, die Zahl der Todesopfer während der Luftangriffe auf Dresden abschließend und umfassend festzustellen. Gleichgültig, welcher „plausiblen“ Opferspanne man für die Bombardierung der Elbmetropole am Ende zuneigt, stehen jedenfalls alle Zahlen im sechsstelligen Bereich inzwischen wissenschaftlich anerkannt als weit übertriebene Propagandabehauptungen fest. Auch der Schaden an Gebäuden wird häufig zu hoch angegeben. 60 % des Stadtgebietes waren von den Angriffen schwer betroffen.
Dresden war seit Jahrhunderten ein militärisches Zentrum. Im Dresdner Norden wurde die Albertstadt als autarke Militärstadt angelegt, die unter den Nationalsozialisten weiter ausgebaut wurde. Zwischen 1939 und 1945 wurden auch KZ-Häftlinge, vor allem aus den Lagern in Auschwitz und Flossenbürg, in der Stadt in Baracken interniert. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie Dresdens.
Nach 1945 standen in und um Dresden die 1. Gardepanzerarmee der Sowjetunion sowie die 7. Panzerdivision der Nationalen Volksarmee. Nie zuvor in Friedenszeiten standen so viele Truppen in Dresden wie zwischen 1945 und 1990. In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wurden alle Truppenteile verlegt oder aufgelöst.
Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der alten Stadt beseitigt. Ruinen des barocken Dresdens sowie Kirchen wurden gesprengt. Die unzerstörte äußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. In Prohlis und Gorbitz entstanden Großsiedlungen in Plattenbauweise auf zuvor unbebautem Land. Die Johannstadt und andere Gebiete im Stadtzentrum wurden ebenso in Großblockbauweise überbaut. Nur wenige alte Gebäude wurden wieder hergerichtet, so der Zwinger, die Kathedrale und die Semperoper. Das zerstörte Stadtzentrum wurde nach den Idealen des sozialistischen Wohnungsbaus neu angelegt.
Nach der politischen Wende 1989 wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder hergerichtet. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungene Restaurierung von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz.
Im August 2002 wurde die Stadt von der sogenannten „Jahrhundertflut“ getroffen. Dabei überschwemmte die Elbe nebst mehrerer ihrer Nebengewässer die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der die bis dato schwersten Hochwasser von 1784, 1799 und 1845 übertraf. Das Reparieren von Straßen und Infrastruktur dauerte nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an; betroffene Bauwerke waren wesentlich schneller wieder hergerichtet.
Im Jahre 2005 wurde nach zehnjähriger Bauzeit der Wiederaufbau der Frauenkirche im Rohbau fertiggestellt und die Kirche am 30. Oktober geweiht. Im Jahre 2006 feiert die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen (formal am Tag ihrer ersten urkundlichen Erwähnung). Aus diesem Anlass wurden unter anderem am 27. Mai von Bookcrossern im gesamten Stadtzentrum sowie im Stadtteil Neustadt 800 Bücher „freigelassen“.
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Wirtschaft
Dresden bildet das Zentrum des gegenwärtig wirtschaftsstärksten Raums der neuen Bundesländer und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Räumen in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte im Jahr 2004 einen Wert von 15,2 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 31.000 Euro pro Einwohner bzw. 52.500 Euro je Erwerbstätigen. Besonders hohen Anteil an der gesamten wirtschaftlichen Leistung hat das Verarbeitende Gewerbe. Allein die Unternehmen der Mikroelektronik in Dresden erreichten mehr als drei Milliarden Euro Umsatz.
Die Arbeitslosenquote in Dresden schwankt zwischen 14 und 16 Prozent. Auch in den umliegenden Städten liegen die Arbeitslosenquoten noch zwischen 15 und 18 Prozent. Radebeul besitzt sogar eine niedrigere Quote als Dresden. Für die Stadt bedeutet dies, dass das Umland nicht zusätzlich belastend auf den angespannten Arbeitsmarkt wirkt. In Dresden arbeiten etwa 215.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Etwa 170.000 Arbeitnehmer leben mit ihrem Erstwohnsitz in Dresden. Dresden ist aber dennoch eine Einpendlerstadt.
Etwa 20 Prozent der Beschäftigten in Dresden besitzen einen Hochschulabschluss. Diese hohe Zahl und die hohe Anzahl der Einrichtungen der angewandten Forschung zeigen, dass sich die Dresdner Wirtschaft von dem strukturellen Prinzip der „Verlängerten Werkbank“ entfernt. Schwachpunkt der Dresdner Wirtschaftsstruktur bleibt aber die geringe Anzahl an Unternehmenszentralen in der Stadt. Alle Großansiedlungen der letzten Jahre sind zwar Unternehmen, die im Dresdner Handelsregister eingetragen sind, aber als Tochterunternehmungen dennoch abhängig bleiben.
In der Stadt sind vor allem Unternehmen aus dem Bereich Mikroelektronik, Informations- und Biotechnologie sowie Elektrotechnik tätig, die die Nähe der Universität und zahlreicher Forschungsinstitute nutzen. Die Kompetenzfelder der Stadt Dresden liegen in den Bereichen:
- Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie
- Neue Werkstoffe und Nanotechnologie
- Maschinen- und Anlagenbau/Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrttechnik
- Biotechnologie, Pharmazie und Impfstoffe
- Tourismus, Handel und Märkte
- Bildung, Kunst-, Geistes- und Sozialwissenschaften
Viele der Kompetenzfelder entstanden nicht erst in den letzten Jahren. Einige, wie zum Beispiel die Mikroelektronik, die schon vor 1989 in Dresden ein Zentrum besaß, wurden aber erfolgreich ausgebaut.
Durch die Möglichkeiten der engen Zusammenarbeit der Industrie mit den hier ansässigen Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt sich Dresden immer mehr zu einem der führenden Zentren der Halbleiterfertigung in Europa. So entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Fertigungsstätten führender Unternehmen wie AMD Saxony, Infineon und Qimonda. Auch viele Bereiche der Zulieferindustrie (Reinraumtechnik, Spezialmaschinenbau, Siliziumwafer) lassen sich in und um Dresden nieder, sodass in Anlehnung an das Silicon Valley in Kalifornien oft vom Silicon Saxony gesprochen wird.
Durch Forschungsarbeit im Bereich der Nanotechnologie und Werkstoffe, erhofft man sich, führender Wirtschaftsstandort der aufkommenden Nanoelektronik, die einen Quantensprung für die elektronische Datenverarbeitung darstellen wird, zu werden. Auch an der wirtschaftlichen Nutzung von besonderen elektromagnetischen Eigenschaften von Supraleitern (Meißner-Ochsenfeld-Effekt) wird gearbeitet.
Neben der Mikroelektronik- und Halbleiterindustrie ist auch die Softwareindustrie in Dresden vertreten, etwa durch die SAP SI AG (ein börsennotiertes Tochterunternehmen von SAP), ein Tochterunternehmen der T-Systems AG, eine Niederlassung der TecArt Group, die net-linx AG und die deutsche Niederlassung der polnischen Comarch Software.
Auch die Siemens AG hat nach der Wende in Dresden einen Standort errichtet. Der Konzern kaufte 1991 das Transformatoren- und Röntgenwerk „Hermann Matern“, das auf die Koch & Sterzel AG zurückgeht, von der Treuhand. Um dieses Werk herum im Dresdner Stadtteil Übigau übernahm der Konzern eine Grundstücksfläche von rund 350.000 Quadratmetern.
Volkswagen lässt in der Gläsernen Manufaktur verschiedene Luxusfahrzeuge (VW Phaeton und Bentley Flying Spur) des Konzerns herstellen. EADS besitzt in Dresden mit den Elbe Flugzeugwerken ein Tochterunternehmen insbesondere zum Umbau von Airbus-Flugzeugen. Der Standort ist auch an der Entwicklung des Airbus A380 beteiligt. Zum einen stammen Teile der Innenausstattung aus den Werken, zum anderen wird eine der beiden Materialtestprozeduren bei IABG/IMA durchgeführt. Viele Zulieferer der Automobilindustrie für elektronische Komponenten produzieren in Dresden. Ein Tochterunternehmen der Linde AG konzipiert und plant Anlagen der Pharmazie- und Chemieindustrie.
Im Bereich Pharma und Arzneimittel besitzt Dresden seit mehr als hundert Jahren eine bedeutende Rolle. Viele Verfahren zur industriellen Produktion von Arzneimitteln wurden in Dresden entwickelt und angewandt. Das Sächsische Serumwerk Dresden (als Teil des GlaxoSmithKline-Konzerns) ist ein international bedeutsamer Lieferant für Grippeimpfstoffe. So zählt zum Beispiel das US-amerikanische Gesundheitsministerium zu den wichtigsten Kunden. Auch die Arzneimittelwerke Dresden blicken auf eine lange Tradition zurück und gewinnen wieder an Bedeutung.
Dresden besitzt eine im nationalen Vergleich äußerst hohe Dichte von 26 Hotels der Ober- und Luxusklasse. Zusammen mit der Messe Dresden und dem neuen Kongresszentrum versucht sich die Stadt als Kongress- und Tagungsort zu profilieren. Als touristisches Ziel ist die Stadt weltweit bekannt. Die Kapazität von 87 Hotels mit etwa 13.000 angebotenen Betten wird derzeit durch neue Hotels ausgebaut. Jährlich besuchen etwa sieben Millionen Gäste die Stadt, von denen 1,1 Millionen durchschnittlich etwa zwei Tage in Dresden verbleiben. Diese Werte gehören gegenwärtig schon zu den Spitzenwerten in Deutschland und Europa. Die Bettenauslastung liegt dabei bei rund 50 Prozent. Der jährliche Umsatz durch Tourismus liegt bei etwa einer halben Milliarde Euro. Tourismus in Dresden wird stark durch Ereignisse im Kulturleben der Stadt gestützt. So besuchten im Jahr 2005 (dem Jahr der Eröffnung der Frauenkirche) 8,8 Millionen Gäste Dresden. Auch für das Jahr 2006 wird durch die 800-Jahr-Feier und die Eröffnung des Grünen Gewölbes ein ähnlich hoher Wert erwartet.
Infrastruktur
Straßenverkehr
Namenerläuterung eines Straßennamens. Solche Schilder findet man häufiger in Dresden.
Durch das nordwestliche Stadtgebiet von Dresden führt die Bundesautobahn 4 Richtung Erfurt beziehungsweise Görlitz. Von dieser zweigt im äußersten Norden der Stadt die Autobahn A 13 Richtung Berlin ab. Nahe der Stadt zweigt des Weiteren die A 14 nach Leipzig von der A 4 ab.
Die neue A 17 beginnt im Westen von Dresden und tangiert die Stadt südlich. Sie soll etwa ab 2008 durch das Erzgebirge bis nach Prag führen. Unter zwei Dresdner Stadtteilen verläuft die A 17 in Tunnels. Die Autobahn ist besonders bedeutend für den LKW-Fernverkehr in Nord-Süd-Richtung, konnte aber auch die Hauptstraßen der Stadt im Berufsverkehr entlasten, da sie parallel und nah zum Verdichtungsraum um Dresden verläuft und dadurch Pendlern aus Pirna und Heidenau nutzt. Kritisiert wurden die hohen Kosten der neuen Straße sowie die damit verbundene Förderung der Zersiedelung. Durch die neu erschlossenen Wohnungsstandorte würden langfristig neuer Pendlerverkehr erzeugt und Entlastungen wieder wettgemacht. Auch der Einfluss auf die Luftzufuhr der Stadt wurde kritisch gesehen.
Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: Die B 6, die B 97, die B 170, die B 172 und die B 173. Die Europastraße 55 umläuft mittlerweile die Stadt über die A 17 und soll bei Fertigstellung der Autobahn diese komplett bezeichnen. Derzeit wird noch die B 170 ab deren Autobahnauffahrt (Dresden-Südvorstadt) bis zur Grenze als Europastraße beschildert. Für die Stadt direkt gibt es acht Autobahnauffahrten. Sie gilt mit vielen vierspurigen Straßen und vergleichsweise hohen Reisegeschwindigkeiten inzwischen als autofreundlich.
Dresden liegt am Elberadweg, der 2005 vom ADFC zum beliebtesten Fernradweg Deutschlands gewählt wurde. Innerhalb der Stadt führt er jedoch nicht durchgehend die Elbe entlang. Das Radverkehrsnetz der Stadt ist noch sehr lückenhaft und von unterschiedlicher Qualität. Wegweiser für Radfahrer existieren nur an wenigen Stellen. In den deutschlandweiten Umfragen zur Radfahrfreundlichkeit (Fahrradklimatest) belegt Dresden regelmäßig einen der letzten Plätze.
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Öffentlicher Verkehr
In der Stadt liegen die End- und Verknüpfungspunkte der Berlin-Dresdner Eisenbahn, der Leipzig-Dresdner Eisenbahn, der Sachsen-Franken-Magistrale (nach Chemnitz–Nürnberg), der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn (nach Görlitz und Breslau) und der Elbtalbahn (nach Děčín mit Fortführung weiter nach Prag). Zudem führen mehrere kleinere Strecken in alle Richtungen. Gegenwärtig werden Linien im Fernverkehr nach Berlin und Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main und Köln, Chemnitz und Nürnberg sowie nach Prag, Wien und Budapest betrieben. Die beiden wichtigsten Personenbahnhöfe in Dresden sind der Hauptbahnhof und der Bahnhof Dresden-Neustadt. Andere Personenbahnhöfe, die früher der Anbindung der mittlerweile eingemeindeten Vororte dienten, werden meist als Haltepunkte für S-Bahn und Regionalbahn genutzt.
Das Dresdner S-Bahn-Netz, das hauptsächlich für den Verkehr mit dem Ballungsraum um die Stadt und die Anbindung an den Flughafen in Klotzsche genutzt wird, besteht aus drei Linien. Auf der Teilstrecke Dresden-Mitte–Dresden Hbf–Heidenau–Pirna wurde wieder ein zweites Gleispaar eingerichtet, so dass ein Fahrplantakt von etwa einer Viertelstunde gefahren wird und ein noch dichterer Takt theoretisch möglich ist.
Den Öffentlichen Personennahverkehr bedienen zwölf Straßenbahn- und über 30 Buslinien der Dresdner Verkehrsbetriebe AG sowie anderer Verkehrsbetriebe, so der „Hochlandexpress“, die Verkehrsgesellschaft Sächsische Schweiz oder der Regionalverkehr Dresden. In den 1920er Jahren gab es zwei konkurrierende Straßenbahnunternehmen. Bekannt ist Dresden auch für den zwischen 1931 und 1972 eingesetzten großen Hechtwagen. Schon in der Weimarer Republik gab es teilweise einen Dreiminutentakt. Seit der letzten Linienumstellung verkehren zwölf Straßenbahnlinien auf einem etwa 204 km langem Liniennetz, zu dem auch eine Strecke durch die benachbarten Städte Radebeul, Coswig und Weinböhla zählt. Diese Überlandbahn (Linie 4) ist mit 28,7 km auch die längste Linie im Dresdner Netz.
Die Dresdner Verkehrsbetriebe modernisieren seit Jahren ihr Netz und ihren Fuhrpark, der zu den modernsten in Deutschland zählt. An Wochenenden und Feiertagen sind im Normalfall ausschließlich Niederflurbahnen mit bequemen stufenlosen Einstiegen im Einsatz.
Den Übergang über die Elbe ermöglichen neben den Brücken (jeweils fährt auch mindestens eine Eisenbahn-, Bus- oder Straßenbahnlinie hinüber) auch drei Elbfähren: von der Johannstadt zur Neustadt, von Niederpoyritz nach Alttolkewitz sowie von Kleinzschachwitz nach Pillnitz.
Im Stadtteil Loschwitz gibt es außerdem eine Standseilbahn zum Nobelviertel „Weißer Hirsch“ sowie eine Schwebebahn nach Oberloschwitz, an deren Bergstation sich eine hervorragende Aussicht auf die Stadt und das südwestliche Umland bietet.
Bis 1975 fuhren in Dresden auch Oberleitungsbusse. Diese wurden durch Busse mit Dieselantrieb ersetzt. Zudem fuhren zwischen 1903 und 1904 bis zu dem damals noch eigenständigen Ort Klotzsche die Oberleitungsbusse der Haide-Bahn.
Auf der Elbe fahren die Raddampfer der Weißen Flotte und stellen ausschließlich touristisch genutzte Verbindungen elbaufwärts in die Sächsische Schweiz und elbabwärts nach Meißen bereit.
Im Norden von Dresden, in Klotzsche, liegt seit 1935 der Flughafen Dresden mit nationalen und internationalen Fluglinien. Er wurde nach der Wiedervereinigung saniert und hat daher gut ausgebaute Terminals sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Umstritten sind die Bestrebungen des Flughafens, den Nachtflugverkehr auszudehnen. Betroffen sind insbesondere die Anwohner der Gartenstadt Hellerau.
Güterverkehr
Dresden war und ist ein wichtiger Eisenbahnknoten im Güterverkehr, zu dessen Eisenbahnanlagen der Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt in der seltenen Bauform des Gefällebahnhofes gehört. Durch die Automobilwerke des Volkswagen-Konzerns in Chemnitz, Zwickau, bei der tschechischen Tochter Škoda in Mladá Boleslav und in Dresden selbst kommt dem Güterbahnhof als Logistikzentrum eine wichtige Funktion zu. In der Regel wird in Dresden die Lokomotive gewechselt, da in Deutschland und Tschechien verschiedene Bahnstromsysteme betrieben werden. Täglich rollen etwa 200 Güterzüge über die Elbtalbahn von und nach Tschechien.
Dresdens Hafen liegt linkselbisch in Dresden-Friedrichstadt und ist ein Hafen der Elbe-Containerlinie und der Binnenschiffslinie ETS-Elbe. Eine Besonderheit stellt die CarGoTram dar, eine Straßenbahn für den Gütertransport, die die Gläserne Manufaktur von Volkswagen am Großen Garten bedient. Die Bahn wurde eingerichtet um die Innenstadt vor einer zusätzlichen Belastung durch LKW zu bewahren. Die Altstadt von Dresden liegt zwischen der Manufaktur und dem Logistikzentrum am Güterbahnhof in der Friedrichstadt.
Dresden liegt am Kreuzungspunkt der E 40 und E 55, zweier wichtiger Europastraßen. Über die A 17 ist es gelungen, den Güterfernverkehr gänzlich aus der Stadt zu verlagern. Alleine die E 55 nutzen täglich mehr als 2000 LKW.
Kultur-und Sehenswürdigkeiten
Dresden ist eine Kunst- und Kulturstadt von hohem internationalen Rang und ist Weltkulturerbestätte. Die Stadt besitzt kostbare Kunstsammlungen, bekannte Klangkörper und bedeutende Bauwerke aus zahlreichen Epochen und für verschiedenste Zwecke. Oft befinden sich kulturelle Einrichtungen in besonderen Bauwerken; der Übersicht halber, sind Bauwerk und Einrichtung in getrennten Kapiteln beschrieben, auch um die jeweilige Verknüpfung wiedergeben zu können. Zahlreiche Großveranstaltungen ziehen jedes Jahr viele Gäste aus dem In- und Ausland an. Nennenswert ist auch die Verzahnung von Kunst mit Wissenschaft und Technik, wie sie übergangslos in vielen Sammlungen erkennbar ist.
Theater und Bühnen
Die Sächsische Staatsoper Dresden im bekannten Bauwerk der Semperoper wurde 1841 am jetzigen Standort, dem Theaterplatz, gegründet. Das Bauwerk der Oper wurde in seiner Geschichte zweimal zerstört. Insgesamt war die Staatsoper in mehr als 50 Jahren ihrer etwa 160-jährigen Geschichte gezwungen, an einem anderen Ort als der Semperoper zu spielen. In der Semperoper wurden Opern von Richard Wagner und Richard Strauss uraufgeführt. Das Orchester der Oper ist die Sächsische Staatskapelle. Die Semperoper verfügt außerdem über eine Kammerbühne, die „Kleine Szene“ an der Bautzner Straße.
Das Staatsschauspiel Dresden betreibt das „Schauspielhaus“ – allgemein auch als das „Große Haus“ bekannt – und damit das größte Theater der Stadt, sowie das „Kleine Haus“ in der Glacisstraße. Am Theaterplatz befindet sich der Theaterkahn, eine Bühne auf einem Elbschiff.
Für die Staatsoperette Dresden wird seit Jahren nach einer Spielstätte in der Innenstadt gesucht. Derzeit ist ein Neubau am Wiener Platz, direkt am Hauptbahnhof, im Gespräch. Entgegen ihrer Bezeichnung als Staatseinrichtung ist die Stadt Dresden Besitzer und Betreiber der Operette.
Die bedeutenden Kabaretttheater der Stadt sind „Die Herkuleskeule“, das „Breschke&Schuch“ und die Komödie Dresden.
Theater für moderne Formen von Aufführungen sind das Theater Junge Generation, zu dem auch ein Puppentheater gehört, das neubauLABOR im Kleinen Haus des Staatsschauspiels und insbesondere das Festspielhaus Hellerau (siehe unten), welches das Europäische Zentrum der Künste beherbergt. Weitere Theater und Aufführungsstätten sind „Das Societaetstheater“, „die bühne“, „Das Projekttheater“ in der Dresdner Neustadt und das Theater „Wechselbad“. Auch die Kulturvereine „Mimenstudio Dresden e. V.“, „Kulturverein riesa efau“ und die „Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst“ zeigen Aufführungen.
Musik
In Dresden existieren mehrere berühmte Orchester und Chöre.
Die Sächsische Staatskapelle Dresden gilt als das älteste durchgängig musizierende Orchester der Welt und zählt nach wie vor zu den besten Klangkörpern überhaupt. Ihr Vorgänger, die Königliche Hofcantorey, wurde von Moritz von Sachsen bereits 1548 gegründet. Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Staatskapelle Opernaufführungen zu begleiten und wurde später das Orchester der Sächsischen Staatsoper (Semperoper). Musikdirektoren waren unter anderen Carl Maria von Weber, Heinrich Marschner sowie als Assistent Richard Wagner. Seit September 2007 ist Fabio Luisi Generalmusikdirektor.
Die Dresdner Philharmonie, das Konzertorchester der Stadt Dresden, wurde 1870 gegründet und ist ebenfalls international geachtet. Bis 1915 trug es den Namen „Orchester des Gewandhauses Dresden“. Chefdirigenten in jüngerer Zeit waren unter anderen Kurt Masur und Marek Janowski. Derzeitiger Chefdirigent ist Rafael Frühbeck de Burgos.
Die Dresdner Sinfoniker sind ein sehr junges Orchester, sie gründeten sich 1996. Das Sinfonieorchester trägt sich über die Mitglieder nahezu selbst. Es widmet sich ausschließlich der zeitgenössischen Musik abseits des normalen Konzertrepertoires sowie dem Crossoverbereich. 2004 wurde es mit dem Echo Klassik ausgezeichnet und vertonte zusammen mit den Pet Shop Boys den Film Panzerkreuzer Potemkin neu.
Weitere Orchester in Dresden sind das „ensemble courage“, ein Spezialensemble für zeitgenössische (Kammer-) Musik, 2004 mit dem Förderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet, und „sinfonietta dresden“, ein Kammerorchester mit vielfältigen Aufgaben im Dresdner Musikleben und einer eigenen Konzertreihe.
Museen und Galerien
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) enthalten die berühmtesten staatlichen Museen Dresdens. Zahlreiche einzelne Exponate ziehen international Besucher an oder werden weltweit an andere Museen und Ausstellungen verliehen. Eine zentrale Einrichtung der Kunstsammlungen wird wieder das Dresdner Schloss, das derzeit noch in Teilen aufgebaut wird. Neben diesem befinden sich noch zahlreiche Museen im Zwinger.
Die Gemäldegalerie Alte Meister befindet sich im Semperbau des Zwingers. Der Standort des Museums liegt dort seit 1855. Das berühmteste Exponat dieser Galerie ist die Sixtinische Madonna von Raffael, die ursprünglich 1512/13 als Altarbild gemalt wurde. Mit weiteren Werken unter anderen von Rembrandt, Rubens und Canaletto führt die Galerie Bilder der Renaissance und des Barock. Der Begriff „Alte Meister“ soll dabei die epochale Abgrenzung zu den Malern der Galerie Neue Meister späterer Epochen schaffen.
Zu den Neuen Meistern zählen Maler wie Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Max Slevogt, Otto Dix und Künstler der Vereinigung Die Brücke. Damit führt die Galerie Werke der Romantik, des Impressionismus und des Expressionismus. Im Gegensatz zu den Alten Meistern hatten bei den Künstlern dieser Galerie sehr viele einen persönlichen Bezug zu Dresden, indem sie an der Kunstakademie studierten, lehrten oder in Dresden lebten. Die Galerie Neue Meister reißt als einziges großes Museum in Dresden die Moderne der Bildenden Künste an. Im Semperbau des Zwingers wird ab dem 4. April 2007 das Gemälde „Tante Marianne“ von Gerhard Richter zu sehen. Der aus Taiwan stammende Besitzer Pierre T. M. Chen, der das Gemälde im Juni 2006 bei Sotheby's in London ersteigerte, stellt es nun der Galerie Neue Meister dauerhaft als Leihgabe zur Verfügung.
Eine weitere berühmte Einrichtung der SKD ist das Grüne Gewölbe. Es beherbergt den Schatz des ehemaligen sächsischen Königs. Der Schatz in Form von Schmuck und repräsentativen Ausstellungsstücken ist eine Sammlung europäischer Goldschmiedekunst und des Feinhandwerks. Besonders bekannt ist der Kirschkern, der mit zahlreichen menschlichen Köpfen beschnitzt ist. Insgesamt besitzt die Sammlung etwa 3000 Stücke, von denen bis Ende August 2006 baubedingt nur 1000 ausgestellt werden konnten. Seit 1. September 2006 befindet sich das Grüne Gewölbe jedoch wieder in den früheren, nach dem alten Vorbild renovierten Räumen im Schloss. Eng verbunden ist die Sammlung mit dem Münzkabinett und mit der Rüstkammer.
Ein besonderes Museum der SKD ist der Mathematisch-Physikalische Salon, der sich ebenfalls im Zwinger befindet. Er enthält mathematische und physikalische Instrumente aus der Zeit des Barock und der Aufklärung, aber auch Globen und astronomische Kartografien. Er ist eines der frühesten Zeugnisse für die Verbindung von Kultur und Wissenschaft in Dresden und wurde 1728 aus der allgemeinen Kunstsammlung ausgegründet. Die Grundlagen dieser Sammlung wurden dort schon Jahrhunderte vorher gelegt.
Weitere Einrichtungen der Kunstsammlungen sind das Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz, das Kupferstichkabinett, das Museum für Sächsische Volkskunst, die Porzellansammlung – eine Sammlung Meißner Porzellan, die Puppentheatersammlung und die Skulpturensammlung.
Bauwerke
Dresden ist berühmt als Stadt des Barock. Dabei hat sich im Bereich der Architektur der Dresdner Barock entwickelt. Die erhaltenen Bauwerke des Barock sind im Allgemeinen für sächsische Monarchen errichtet worden und teilweise auch dem Neobarock zuzuordnen. Für bürgerlichen Barock gibt es in Dresden wenige erhaltene Beispiele. Auf der anderen Seite werden viele Gebäude irrtümlich dem Barock zugeordnet. Weitere Bauwerke sind im Stil der Renaissance und der Klassik, vor allem aber im „Neobaustil“ des Historismus errichtet.
Kulturelles Erbe
Zum kulturellen Erbe gehört als Gesamteinheit das Weltkulturerbe Elbtal. Diese erst kürzlich von der UNESCO aufgenommene Weltkulturerbestätte wird jedoch im Moment dahingehend geprüft, ob sie durch den geplanten Bau der Waldschlößchenbrücke gefährdet ist. Im November 2005 äußerte sich der zuständige Direktor des Unesco-Welterbezentrums besorgt über die mögliche Beeinträchtigung der Landschaft. Weiterhin offen ist, unter welchen Voraussetzungen und ob es zum Bau der Brücke kommen wird, da der eigentlich für 22. März 2006 geplante Baustart ausgesetzt wurde. Am 25. August 2006 beschloss der Dresdner Stadtrat, dass der Antrag auf Planfeststellung für den „Verkehrszug Waldschlößchenbrücke“ zurückzuziehen sei und dass Alternativen für eine rechtlich zulässige Umsetzung des Bürgerentscheides vom 27. Februar 2005 für den Bau der Brücke zu prüfen seien, damit das Weltkulturerbe erhalten bliebe.
Der eigentlichen barocken Zielsetzung einer Beherrschung der Natur und Einordnung in klare symmetrische Formen entgegengestellt, achtete man bei der Stadtplanung auf Freiräume für die Elbe. Die Elbe durchläuft die Stadt deshalb immer noch in weiten Mäandern. Dieser Umgang mit den elbnahen Räumen setzte sich dabei über Jahrhunderte bis in die Gegenwart durch. Zu diesem Kulturraum zählen auch bürgerliche und industrielle Bauwerke.
Die beiden kulturellen Wahrzeichen der Stadt sind die Semperoper und der Zwinger. Die Semperoper wurde von 1977 bis 1985 nach Originalplänen des zweiten Opernbaus (1878 bis 1945) von Gottfried Semper wiedererrichtet. Sie ist ein Bauwerk des Historismus und trägt vor allem Elemente der Klassik. Der Zwinger kann noch als im Original erhalten bezeichnet werden. Er wurde von 1711 bis 1722 im barocken Baustil als Ort für Feierlichkeiten verbunden mit Kunstausstellungen auf einer ehemaligen Bastion der Stadtfestung errichtet. Auf seiner Südseite blieben dabei Reste der Stadtmauer erhalten, in der sich das sehr bekannte Kronentor befindet, das der königlichen Krone nachempfunden ist. Als eines der ersten Gebäude wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und restauriert. Zusammen mit dem Italienischen Dörfchen und der Hofkirche (siehe unten) bilden Zwinger und Semperoper die architektonische Einheit des Theaterplatzes.
Theaterplatzes.
Die Brühlsche Terrasse erstreckt sich in der Innenstadt entlang des Elbufers. Sie ist eine Zusammenstellung aus mehreren Bauwerken und befindet sich auf der alten Stadtbefestigung etwa zehn Meter über der Elbe. Die Kasematten, die ehemaligen unzugänglichen Wehranlagen der Stadt, unter der Terrasse sind in Form eines Museums begehbar. Gebäude, die zur Brühlschen Terrasse gezählt werden, sind zum Beispiel das Albertinum, die Kunstakademie und die Secundogenitur, die ihren Namen daher erhielt, dass immer der zweitgeborene Sohn der sächsischen Könige dieses Gebäude als Ausgleich erhielt. Am östlichen Ende befindet sich die Jungfernbastei beziehungsweise der Brühlsche Garten.
Das Dresdner Residenzschloss war Wohnsitz der sächsischen Kurfürsten und später Könige. Es ist im Verlauf seiner Geschichte häufig erweitert und verändert worden. Es weist daher sehr viele Baustile in verschiedenen Flügeln und Teilen des Gesamtbauwerks auf. Die ältesten Strukturen lassen sich auf Stichen des 15. Jahrhunderts erkennen. Der Georgenbau ist dabei einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten in Dresden. Der Wiederaufbau des Schlosses begann 1986 und ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschlossen. Als erstes eigenständiges Element der Schlossanlagen konnte der Stallhof fertiggestellt werden. Zur architektonischen Einheit des Schlossplatzes zählen noch die Hofkirche, der Fürstenzug und das erst Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Ständehaus.
Am Rand der Dresdner Innenstadt befindet sich der Große Garten, ein Park mit Merkmalen barocker Gartenbauweise und symmetrischer Wegführung, allerdings mit freien Verläufen von Bewaldung. In diesem befindet sich das Sommerpalais. Der Große Garten gehört nicht zum Weltkulturerbe.
Am Rande von Dresden, direkt an der Elbe, liegt das Schloss Pillnitz. Dieses besteht aus drei Palais im barocken und chinamodischen Baustil und wurde als Sommerresidenz genutzt. Das Palais an der Elbseite besitzt die berühmte Treppe zur Elbe, über die es möglich war, aus der Innenstadt per Gondel an diesem Schloss zu landen. In die europäische Geschichte ging es über die Pillnitzer Deklaration ein.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Dresden bedeutenden Bauwerke der Reformbaukunst. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die 1909 gegründete erste deutsche Gartenstadt Dresden-Hellerau. Namhafte Künstler und Architekten, wie z. B. Richard Riemerschmid, Hermann Muthesius, Theodor Fischer, Kurt Frick und Heinrich Tessenow waren an der Gestaltung der von Karl Schmidt-Hellerau gegründeten Reformsiedlung beteiligt. Von Tessenow stammt auch das weltberühmte Hellerauer Festspielhaus, von 1911 bis 1914 Wirkungsstätte des Schweizer Musikpädagogen Emile Jaques-Dalcroze, in dessen Umfeld Hellerau kurzzeitig zu einem Weltzentrum der Moderne wurde.
Kirchen
Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist die evangelische Frauenkirche. Sie ist international bekannt als Mahnmal gegen Krieg und als Zeugnis von Versöhnung. Die Frauenkirche wurde nach ihrer Zerstörung am 14. Februar 1945 infolge der Luftangriffe auf Dresden und langjährigem Wiederaufbau, der sich wesentlich über Spendengelder aus der ganzen Welt finanzierte, am 30. Oktober 2005 geweiht. Mit ihrer hohen und breiten Kuppel beherrscht sie das Stadtbild, auf das man von der begehbaren Laterne an der Spitze einen Rundblick werfen kann. Das Original von George Bähr war eines der wenigen hervorragenden Beispiele für bürgerlichen Barock. Die Kirche wurde von 1723 bis 1743 erbaut und ersetzte einen romanischen Vorläufer. Die Bauzeit von 17 Jahren war für damalige Zeiten sicher sehr gut, wenn man bedenkt, dass der Wiederaufbau in der Moderne mit wesentlich besseren Kränen und Baugeräten etwa zehn Jahre dauerte. Die Kirche ist in ihrer alten Form wie in ihrem Neubau etwas mehr als 91 Meter hoch.
Durch den Wiederaufbau der Frauenkirche ist die katholische Hofkirche wieder die zweithöchste Kirche in Dresden. Sie wurde im Jahre 1751 der Heiligsten Dreifaltigkeit („Sanctissimae Trinitatis“) geweiht. Bereits nach dem Krieg wurde sie wiedererrichtet und 1964 zur Kon-Kathedrale (Mit-Kathedrale) erhoben. Durch den Umzug des Bischofs von Bautzen nach Dresden ist sie seit 1980 Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen. Dresden gehört damit zu den wenigen Städten, in denen eine Kathedrale nicht die höchste Kirche ist.
Die evangelische Hauptkirche Dresdens ist die am Rande des Altmarkts gelegene Kreuzkirche. Der größte Kirchenbau Sachsens ist, wenn auch in anderer Form, schon seit dem 13. Jahrhundert überliefert.
Nach dem Krieg wurde die Sophienkirche, die am Postplatz in unmittelbarer Nähe des Zwingers lag, nicht wieder aufgebaut. Sie wurde trotz ihres guten Erhaltungszustandes im Rahmen der sozialistisch-antikirchlichen Einstellung der Staatsführung abgetragen. Sie war eines der wenigen Bauwerke der Gotik in Dresden.
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Medien
Tageszeitungen
In Dresden erscheinen mit der Sächsischen Zeitung (SZ) und den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN) zwei traditionelle Tageszeitungen. Die seit 1946 erscheinende Sächsische Zeitung war zu DDR-Zeiten Organ der SED. Heute gehört sie mehrheitlich zu Gruner und Jahr.
Die Vorläufer der DNN waren Zeitungen der NDPD, LDPD beziehungsweise CDU. Sie gehört heute zur Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, die auch Gesellschafterin der Leipziger Volkszeitung (LVZ) ist. An der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft sind zu 50 % Axel Springer AG und zu 50 % das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD, die Verlagsgesellschaft Madsack, beteiligt.
Weitere Zeitungen in Dresden sind die Dresdner Morgenpost (Gruner und Jahr) und die Lokalausgabe der Bild-Zeitung.
Sonstige Zeitungen und Zeitschriften
Das kostenlose Dresdner Amtsblatt (DDA) erscheint als Veröffentlichungsorgan der Stadtverwaltung wöchentlich. Da der erste Vorgänger bereits 1839 erschien, gilt es als dienstältestes Printmedium Dresdens.
Dresdner Kulturmagazin (kostenlos) und Sax sind monatlich erscheinende Stadtmagazine mit Veranstaltungskalender. Das Gastronomiemagazin „Augusto“ erscheint jährlich. Weitere Magazine sind „Frizz“, „Spot“, „Skunk“, „Spiesser“, „Urania“, „ad rem“, „caz“ und „Prinz“, die teilweise werbefinanziert sind. Einige dieser Blätter sind auch in anderen deutschen Städten vertreten.
Weiterhin werden in Dresden noch die kostenlosen Anzeigenblätter „Sächsischer Bote“ und „Wochenkurier“ verteilt. Die Sächsische Zeitung gibt außerdem die kostenlose „freitagSZ“ heraus. Des Weiteren gibt es Anzeigenblätter für die jeweiligen Stadtteile, beispielsweise die „Leubener Zeitung“ für das Ortsamt Leuben.
Hörfunk und Fernsehen
Da Dresdner aufgrund der Tallage nur an wenigen Orten im Stadtgebiet überregional ausgestrahlte Rundfunkprogramme empfangen können, wurde 1969 der 252 Meter hohe Fernsehturm eröffnet, der heute noch in Betrieb ist.
In Dresden befinden sich ein Landesfunkhaus des MDR und zahlreiche Produktions- und Dienstleistungsunternehmen für die Hauptstelle des MDR in Leipzig.
Auch private Radiosender, wie Radio PSR, Radio Energy (NRJ), Radio Dresden und R.SA sind mit ihren Programmen in Dresden vertreten.
Neben Fernsehsendern in den einzelnen Stadtteilen und von Antennengemeinschaften gibt es das Dresden Fernsehen, als Sender für das gesamte Stadtgebiet. In Dresden beheimatet sind auch zwei SAEK (Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle) – ein schulisch spezialisierter SAEK im St.-Benno-Gymnasium und einer im Medienkulturzentrum Pentacon. Hier findet der interessierte Bürger offene Studios, zwei Magazine im Ballungsraumfernsehen in Dresden, Leipzig und Chemnitz und kann das Produzieren sowie Senden erlernen und auch auf Sendung gehen (eigener Radiosender NEON 425 auf 104,25 MHz im Dresdner Kabel).
Neben den öffentlichen und privaten Radiosendern besteht in Dresden das Freie Radio coloRadio, das wochentags von 18 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 24 Uhr auf den Frequenzen von apollo radio zu hören ist.
Nightlife
Die Äußere Neustadt ist eines der größten erhaltenen Stadtgebiete der Gründerzeit in Deutschland. Gleichzeitig befindet sich dort das mit etwa 175 gastronomischen Einrichtungen größte Szene- und Kneipenviertel der Stadt. Hervorgegangen aus dem schlechten Zustand der Bausubstanz entwickelte sich dort eine alternative Kulturszene in der Stadt. 1989 bildeten einige Bewohner aus Protest eine Interessengemeinschaft gegen die schlechte Wohnraumsituation und Abrisspläne, riefen 1990 die Bunte Republik Neustadt aus und begründeten damit den Charakter eines Szeneviertels.
Es befinden sich dort zahlreiche Clubs, Bars und Kneipen in der höchsten Konzentration von Dresden. Der Zustand des Viertels hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, weshalb er durch sein vielseitiges Kulturangebot zu den beliebtesten Wohngegenden junger Menschen in Dresden zählt. Das Spektrum der Lokale ist sehr vielseitig und reicht vom Rockclub bis zur Bluesbar.
Auf südlicher Elbseite, in der Nähe der Hochschulen, befinden sich die sechzehn Studentenklubs der Stadt. Die meisten werden vom Studentenwerk Dresden unterstützt, sind aber in der Regel selbständige Vereine. Bereits in den 1960er Jahren ins Leben gerufen, ist der „Bärenzwinger“ im Gewölbe der ehemaligen Kasematten unter der Brühlschen Terrasse einer der ältesten und einst bekannteste Studentenklub in Dresden. Die anderen Klubs liegen meist an, teilweise in den Wohnheimen sowie in den Mensen der Technischen Universität und der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Seit der Verkleinerung des Bärenzwingers im Jahre 2000 zählen heute der „Klub Neue Mensa“ (KNM) und der „Club Mensa“ (CM) zu den bekanntesten Studentenklubs in Dresden.
Sehr bekannt ist der Jazzclub Tonne, der in seiner Geschichte in vielen Gewölbekellern Dresdens residierte und daher seinen Namen trägt. Seit dem Jahr 2000 befindet sich der Club im Keller des Kulturrathauses in der Inneren Neustadt.
Im als „Industriegelände“ bekannten Industriegebiet im Norden der Stadt haben nicht wenige Industriegebäude eine Umnutzung zu Diskothek- und Konzertsälen erfahren, sodass sich in dem Gebiet mittlerweile an Wochenend-Nächten mehr Menschen aufhalten als an Arbeitstagen.
Zum Nachtleben gehören auch zahlreiche Konzertsäale und -häuser, die dauerhaft oder vorübergehend für Veranstaltungen mit Bühnen genutzt werden. Dauerhafte Konzerteinrichtungen sind der „Alte Schlachthof“, der bis zu 1800 Besucher fasst, der „Starclub“ in Briesnitz und die Freilichtbühne „Junge Garde“ im Großen Garten. Die Messe im „Neuen Schlachthof“, Teile der Elbwiesen und des Campus der Technischen Universität, aber auch das Kongresszentrum und der Kulturpalast werden nebensächlich für Konzerte genutzt. Bei den Filmnächten am Elbufer finden ebenfalls Konzerte mit sehr hoher Kapazität statt.
Quellen : www.wikipedia.de















